Donnerstag, 26. Juli 2007

China Bilder

Eine Best of Slideshow meiner hunderten von Bilder, die ich in den 2 Wochen geschossen habe.






Mittwoch, 25. Juli 2007

Zurück in Frankfurt

Bei wolkenfreien Himmel fliegen wir 5Uhr morgens über das Lichtermeer Frankfurts. Die Passkontrolle dauert ewig, weil um die Uhrzeit nur 2 der 5 Häuschen besetzt sind. Vor dem Zoll hab ich etwas Muffe wegen den vielen DVDs, die ich gekauft habe, aber der Beamte hält mich nur kurz an um die grosse Hello Kitty zu begutachten. Meine Eltern winken mir schon von der Absperrung. Der erste Atemzug draussen ist unbeschreiblich- es ist kühl, die Luft klar und erfrischend. Und irgendwo nach einer Stunde Autofahrt kommt plötzlich dieses komische Gefühl, das ich nie weg gewesen sei.



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Dienstag, 24. Juli 2007

再见 Zaijian

Packen, sich im Büro verabschieden, im Buchladen Harry Potter and the deathly Hallows kaufen (**danke Schatzele**), in dem Restaurant essen, indem wir auch an meinem ersten Tag gegessen haben, schnell zurück zur Wohnung, Koffer holen, natürlich kein Taxi weit und breit wenn’s die sonst wie Sand am Meer gibt, endlich eines hergewunken, Westtor des Tshingua Campus ist der einfachste Ausgang, der natürlich heute und nur heute gesperrt ist, also den Umweg fahren, Zeit drängt, noch ein paar Fotos vom Stadion schiessen, Taxifahrer zum richtigen Terminal koordinieren, zum Schalter, Koffer ist fast 5kg zu schwer, ich schwitze, aber er sagt nichts, China Eastern Airlines scheint tolerant zu sein, eingecheckt, weiter zum Security Check, die Verabschiedung ist kurz, wie ein Pflaster, das schnell abgerissen wird, es ist ja nicht mehr lang zum nächsten Wiedersehen, mein Handgepäck wird geröntgt, ich vergesse fast meine Bauchtasche, drehe mich noch einmal um und winke ein letztes Mal. Ich gehe zu Gate 47 und das Herz rutscht mir für einen kurzen Moment in die Hose – es ist geschlossen- bin ich schon so spät dran? Nein, das kann nicht sein, auf der Infotafel finde ich, dass es nur kurzfristig auf 34 verlegt wurde. Ein Bus fährt uns raus auf die Rollbahn, ich amüsiere mich über eine Gruppe alter deutscher Senioren die wild über ihre Erlebnisse plaudern. Am besten gefällt mir eine besonders redselige Dame mit Reishut, unaufällig schiesse ich ein Foto aus der Hüfte.
Ich schaue auf das smogverhangene Beijing runter bis das Flugzeug über die Wolken steigt.
Damit das hier nicht alles so schreeeheeecklich traurig klingt, füg ich ein Stand Up von George Carlin über Safety Lectures ein (wer es komplett sehen möchte: Ab der 16. Minute bis 32. Minute)

An Board ist die südafrikanische Volleyballmannschaft. Lautstark hört der Rastamann unter ihnen über Walkman Jacksons Five und tanzt in seinem Sitz so gut wie möglich, während der Längste der Mannschaft (der einzige Weisse und bestimmt 2,10m) verzweifelt mit der Stewardess diskutiert, ob er doch bitte in der ersten Reihe sitzen könne. Vergeblich. Und dabei sieht er wirklich überdimensional in den Stuhl gepresst aus. An der Gepäckausgabe in Shanghai setzen sie sich in Reihe auf ihre Trolleys. Für mich sieht es aus als ob sie am Spielfeldrand auf der Ersatzbank eines wichtigen Volleyball Matches sitzen und gebannt dem Spielverlauf folgen. Und weiter geht’s, nur zweieinhalb Stunden Aufenthalt, aber diesmal ist es der gleiche Flughafen zum umsteigen. Also Gepäck wieder einchecken, Departure & Health Card ausfüllen, noch ein paar Sachen im Duty Free mitnehmen (Green Tea Biscuits für Mama und Malboro Lights für Petek- das ist das beste Souvenir für sie ^-^ ) und sogar hier, an dem internationalen Pu Dong Airport muss ich 3 Läden abklappern bis einer diese drecks American Express Traveller Cheques kennt und akzeptiert !!!! Und dann sitz ich schon im Flieger. Wieder ein Fensterplatz aber ohne Sitznachbar. 23.55 Uhr Ortszeit rollen wir zur Startbahn und ich frage mich wie Alex reagierte als er die 2 Flaschen Schwabenbräu und seine liebsten Ütje Erdnüsse im Zimmer entdeckt hat.Der fast schlaflose elf Stunden Flug ist geprägt von heftigen Turbolenzen, aber nichts trennt meine Gedanken von meinem Mann und was er gerade macht. Es ist der siebte und letzte Band Harry Potter, der mich fesselt. Als ich im Buchladen vor der Kasse stand, endlich dieses Buch in der Händen, hat ich doch tatsächlich nicht mehr genügend Yuan einstecken **flenn** und die Geschichte mit den Traveller Cheques hab ich nun schon oft genug erzählt. Da hat Alex mir das Buch geschenkt. **Kiss** Ja, ich bin HP Leser, ich stehe dazu und weiss wie’s ausgeht lange bevor der deutsche Band überhaupt gedruckt ist, HA! Als Harry in den ersten Kapitel eine spannende Verfolgungsjagd auf dem Besen durchmacht – der Orden des Phönix gegen die Deatheater und sogar Voldemort persönlich- kann wohl kaum ein andere Leser von sich behaupten just in dem Augenblick selbst im Nachthimmel zu sein und auf die Wolkendecke zu blicken. Und wenn genau in dem Moment an dem ein Cruciatus Curse an Harry vorbeizischt auch noch eine Turbolenz ist.. oh Junge, Junge !

Montag, 23. Juli 2007

纯净的莲花 & 秀水街 Pure Lotus & Silk Street

Nach diesem überwältigenden Wochenende ist heute Chill- Tag. Alles gemütlich und bloss keine Hektik. Lily hat uns zum Shoppen den Silk Market empfohlen. Ein Gebäude voller kleiner Stände zum (wie immer) wild feilschen. Alles Geld was ich über den Urlaub gespart hat (für 2 Personen Essen braucht man ca. 6 €) konnt ich hier lassen. Angefangen bei einer supersüssen Tokidoki Handtasche, echt Silber Jadeohrringen (= grünes Glasmodeschmuck ^-^), ein echter Jadearmreif (s.davor ) und viele Souvenirs, wie Jasmintee aus ganzen Blumen, die im heissen Wasser aufgehen. Der Schlag hat mich getroffen als in der Medienabteilung Alex eine Little Britain Box hochhält. Alle 3 Staffeln für 120Yuan (12€) da hab ich nicht lang gezögert. „Call me Bubbles ... computer says no **cough**.... yeah but, no but, yeah but…what a kawaffel.... Dust anyone ? “ Traumhaft.Für meinen letzten Abend in Beijing wollt ich was ganz Besonderes. Im Pure Lotus Essen gehen. Ein von buddhistischen Mönchen geführtes preisgekröntes vegetarisches Restaurant. Sie sind vor allem durch ihre Fleischimitationen aus Tofu bekannt. Das Hühnchen, das ich bestellte (mit der schönen Bezeichnung a melody of love) war wirklich genauso faserig wie Hühnchenfleisch und die Lion Head meatballs perfekt nachgeahmt. Mit rustikalen Essstäbchen aus Zweigen wird aus Holzschüsseln gegessen, in kleinen Gläsern liegt eine Blume im Tee und die gekühlte Litschi Nachspeise wurde mit einer Calciumtablette rauchend und dampfend eindrucksvoll serviert.Gehobenes Ambiente, sehr schöne Atmosphäre, seeeeheeeeer leckeres Essen und perfekter Service - ich musst mich dran gewöhnen, dass mir der Tee eingeschenkt wird. Ich glaub ich hab den Kellner beleidigt indem ich mir selbst eingeschenkt hab. o_o

Sonntag, 22. Juli 2007

萬里長城 Chinesische Mauer


One world One dream- Beijing 2008

Grosses sightseeing Wochenende – zweiter Teil. Hier ein grosses Lob an Alex, der so toll organisiert hat, das wir mit Lily nach Badaling fahren konnten sowie die gestrige deutschsprachige Führung **danke** :ox
Lily und ich


Gugg ma we' da is'

Wie schon gesagt, es gibt zu viele Chinesen. Und alle waren sie heute auf der Mauer. ALLE !!! 98% aller Touristen sind Chinesen und schieben sich die Treppe hinauf. Eine Stufe. Warten. Wieder eine Stufe. Warten. Aber diese Aussicht entschädigt alles – einfach überwältigend wie sie sich durch die Berge schlängelt. Das Tolle an Touristen ist, dass sie sich zum höchsten Punkt der Mauer durchdrängeln an einen der Souvenirstände eine Medallie oder „I climbed the great wall“ Urkunde kaufen und dann zurück laufen! Das heisst, hat man diesen Zenit erreicht muss man nur weiter gehen und plötzlich ist es fast menschenleer! Und dann macht’s erst richtig Spass! Steile Wege runter, unebene Treppen hoch, ich fand’s nur fies, das ich am nächsten Tag Muskelkater in nur einem Oberschenkel hatte, weil die Stufen unterschiedlich hoch sind.

Wenn ich noch mal zur grossen Mauer fahre, dann nicht am Wochenende, nicht zur Ferienzeit und irgendwann vor Sonnenaufgang- Herbst wäre wohl am Schönsten. Aber es war einfach sagenhaft. Überwältigend.
Panoramabild vom Alexsan

Samstag, 21. Juli 2007

紫禁城 Verbotene Stadt

Schon am frühen Morgen ist unterm Mao Gemälde Völkerwanderung. Ok, es ist Samstag, aber muss sich ganz China hier versammeln? Es gibt definitv viel zu viele Chinesen. Trotzdem haben wir unsere drei Begleiterinnen gefunden (bzw. sie uns, das ist einfacher). Nach 45 Minuten warten auf das Eintrittsticket, liessen wir uns durchs Tor schieben. Als erstes überraschte uns das Reichtagsähnlich verhangene Hauptgebäude des Kaiserpalastes Gùgong, nur dass hier kein Künstler am Werk ist, sondern Restaurationsarbeiten bis 2008. Soll ja alles schick sein zur Olympiade.Da der ummauerte Bereich der verbotenen (purpurnen) Stadt riesig ist (und dazu gehört noch ein Drittel, das man gar nicht betreten darf), hat man ja noch genug zu guggen. Unsere Stadtführerin San, es mussten übrigens alle heute deutsch sprechen ^-^, erklärte u.a. die Bedeutung von Zahlen und deren architektonische Anwendung. Die Neun z.B. ist eine Glückszahl, somit haben die grossen roten Tore 81 goldene Knaufe (9x9) und die verbotene Stadt soll 9999 Zimmer haben.
Genau da ist der Kaiser in der grossen Hochzeitszeremonie runtergelaufen.
Panormabild von Alex (bevor du mir mit Fotoklau kommst ^-^)
Der Mittlere der Neun Drachen Wand

Wir laufen von einem Platz zum nächsten und der Menschenstrom reisst langsam ab. Ich kann mich an den gelb glasierten Dächern, den Pagoden und den kunstvoll bemalten Säulen gar nicht satt sehen. Nach der Neun Drachen Wand, dem Huang Ji Man (Hall of the Norms of the Goverment) ging’s ins Palast Museum. Fei hüpft auch schon seid ner Stunde rum „Jewellery , Jewellery! “. Ooh und was es da für tolle Sachen gab: Kaiserkronen, Juwelenbroschen, Korallenfiguren, goldene Teller mit echten Perlen und Jadeschüsseln so fein, dass das Licht durchscheint.


















Die Mädels haben einen kleinen Anschlag auf uns vor. In einem Kostümladen überreden sie Alex sich in das gelbe Kaiseroutfit zu schmeissen und ich soll mitziehen. 3 Minuten später haben wir beide Blitzableiter aufn Kopf und belustigen alle Passanten aufs Höchste. Aber hey, das Rot steht mir echt gut … schick schick !!! *-*
Es wird Abend, Mägen knurren, Füsse platt gelaufen, erstmal lecker Essen gehen. Mit Chinesinnen ein Restaurant zu finden ist nun wirklich nicht einfach, es kostet richtig Nerven, aber findet sich dann doch noch was (endlich!) dann ist es nach ein paar Bissen wieder gut. Schon interessant, dass die englischsprachige Speisekarte nur ein viertel so viel Seiten hat wie die chinesische. Ich war auf jeden Fall froh, dass mir die Mädels viele leckere Sachen bestellten (sonst hätt ich nur schon wieder meinen gedämpften Chinakohl mit Maronen gehabt)- am aller- aller – allergeilsten war der panierte Hokkaidokürbis **Wasser im Mund zusammenlauf**…mmmh…. (wenn jemand das Rezept kennt oder findet- HER DAMIT !!!)Nach einer Bummeltour durch verschiedene kleine Ramschläden, landen wir in einem Musikladen- und bleiben dort für die nächsten Stunden. Die Mädels haben mir als Geschenk eine Kette mit einer kleinen silbernen Drachensäule gekauft („Für die Kaiserin“ ;oP) während Alex jedes verfügbare Instrument im Laden spielt. Ich zeichne den Verkäufer, während er das Lied Giang he schui (Wasser vom Fluss) zupf, ein anderer professioneller Hoú Lú si Spieler flötet und Alex ihn auf den Trommeln begleitet. Am Ende entscheidet er sich für eine hölzerne Querflöte.


Spielt schon recht gut der Kleine, eh?

Freitag, 20. Juli 2007

北京东岳庙 Dongyue Tempel

Alexsan ist noch auf Reise und ich kann in aller Ruhe Tempelchen anguggen und in der Stadt rumtigern.
lecker Litschi Joghurt

Erstes Ziel ist der Dongyue Tempel. Er beinhaltet hunderte von lebensgrossen bemalten Figuren, die die einzelnen „Departments“ des Taoismus aufzeigen. Als ich den Vorhof betrete werde ich von den vielen Besuchern mit grossen Augen angestarrt. Nun, ohne jede Überheblichkeit, nach einer Woche Beijing gewöhnt man sich daran. So verwundert war ich auch nicht als mich der erste Mann mittleren Alters um ein Foto bat. Vor den Treppen stellte er sich neben mich und versuchte so gut wie möglich ein gerades Kreuz zu bewahren um mir wenigstens bis zur Schulter zu gehen. Dies löste eine richtige Kettenreaktion aus: Dann wollte der Freund des Mannes ein Bild, seine Frau und plötzlich war da eine ganze Schulklasse! Ich war umringt von kleinen Kindern mit grossen leuchtenden Mandelaugen und strahlenden Lächeln, die alle einzelne Potraits wollten. (oooh, zu denen konnt ich gar nicht nein sagen) Zwischendurch kam auch wieder einer der Männer und wollte noch ein Bild, aber diesmal stellte er sich 2 Stufen höher ^-^ Er verständigte sich mit Händen und Füssen – und die Kinder? In perfekt gesprochenen „How are you?“ „You’re tall.“ „You’re pretty“ und Where are you from?”versuchte ich mit meinem abenteuerlich betonten Laien Chinesisch zu antworten. „Do you know where Germany is?“ – sie schauen mich gross an, schütteln ehrlich den Kopf und beginnen zu lachen. Langsam erzähle ich ihnen von Europa und wie weit weg es ist, die Lehrerin ergänzt in Chinesisch. Mit einem gelungenen Gruppenbild als Abschluss (bin ich froh, dass sie das auch mit meiner Kamera gemacht hat- sonst hätte mir das ja keiner geglaubt!) kann ich endlich in den Tempel.
Wie das Mädchen rechts im Vordergrund hab ich mir Prinzessin Li Si aus den Jim Knopf Geschichten vorgestellt


Unjust Death Department(death caused by homicide, suicide and unexpected accidents)
Department of Halting Destruction of Living Beings
Punishment Department (to pay back evil with evil)

Beijing Folk Custom Museum is a window for you to know Beijing and to understand Beiijng



Wie schon bei allen anderen Sehenswürdigkeiten werde ich als Letzte rausgefegt (16.30Uhr ist aber auch echt früh). Vor dem Ostbergtempel verläuft eine der wenigen Strassen, die noch mit einem Kunsttor geschmückt ist. Laut meinem Marco Polo (ich mach hier mal Schleichwerbung, weil das Heftchen mal echt gut ist) gibt es einen schönen eineinhalbstündigen Stadtrundgang durch die Antiquitätengasse und das alte Peking. Aber erstmal was zu Essen suchen. Mein Magen, noch vom Vortag recht lädiert, bekam gedämpften Chinakohl mit Maronen vorgesetzt. Weil alle anderen Restaurants recht unhygienisch aussehen, hab ich mich für das Roasted Duck Restaurant entschieden. Da ist es zwar sauber, aber durch die Panorama Glasscheibe sehe ich die gerupften & gebrühten Gänse am Hacken hängen- sie werden nämlich mit Kopf serviert. „Do you really don’t want to order duck, miss ?“ werde ich gerade zum siebten Mal gefragt, „wo shi sushizhe“ versuch ich zusammenzubasteln- aber weder auf Chinesisch noch Englisch versteht man den Begriff „Vegetarier“.Jetzt ab zu Liulichang wo man sich mit Jadearmreifen, Tuscheblöcken, Kalligraphiepinseln, Kunstdrucken und sonstigen echten und gefaketen Antiquitäten eindecken kann. Gehandelt wird mit Hilfe eines Taschenrechner – den Feilschen ist Pflicht. Manchmal gelingt es mir richtig gut (zB ein silbernes Armkettchen von 35€ auf 5€ runterzukriegen), dann wieder weniger. Die Besitzer stehen vor ihren Läden „Come in! Look! Look!“ und Rikschafahrer buhlen um die Aufmerksamkeit jedes Passanten. Ein besonders aufdringliches Exemplar verfolgte mich die ganze Strasse hinunter, bis ich einen Verkäufer bat ihn doch bitteeeee wegzuschicken „want to look in my shop?“. Aaaah!! Und gleich der nächste anhängliche Rikschafahrer- der nächste aufdringliche Verkäufer – also mit gemütlich Bummeln ist da Essig. Es dämmert eh und ich mache mich auf den Heimweg- kurz vor Mitternacht kommt Alexsan aus Kunming an.

Donnerstag, 19. Juli 2007

北京一夜 One night in Beijing

Heute morgen ist Alexsan geschäftlich nach Kunming geflogen, da konnte ich mal fein ausschlafen, wieder eineinhalb Stunden in der Bank of Beijing verbringen, bei dem Versuch einen Travel Check einzulösen. Also wenn mir noch einer weiß machen will, das DAS unkompliziert ist, den springe ich aber mit dem Hintern zuerst ins Gesicht. Erst wird meine Nationalität angezweifelt („Ruski?“), ihr habt meinen Reisepass in der Hand verdammt das ist „deguó!! Dann muss man eine chinesische Adresse plus Festnetznummer angeben und alles wird in fast schon in deutscher Gründlichkeit geprüft. Ich wechsel hier nicht tausende von Dollar oder Euro ein -_- Und natürlich spricht man minimal Englisch. Als das überstanden ist konnt ich in aller Gemütlichkeit zu Alexsans Büro laufen, denn ich habe ein Date! Ich kann in seiner Abwesendheit nämlich all das machen wozu er keine Lust hat und dazu zählt Karaoke! Und da seine Arbeitskollegin Yuanming Mrs. K-TV ist gehen wir heute abend singen **yiihaaa**. Auf dem Weg dorthin muss ich aber erstmal an jedem noch so kleinem Lädelchen halt machen.
Ähnlich wie das „Claire’s“ Schmuckgeschäft in Stuttgart decke ich mich mit Hello Kitty Haarsteckern und Kirschhaarspangen in allen verfügbaren Variationen an. Alles schrecklich kitschig (aber ich lieb’s so) und zum nachschmeissen billig. Kurz vor dem Left Bank Community Building finde ich mein Mekka: Die Manga Abteilung in einem Buchladen. Ich stehe in der Mitte von Regalen vollgepfercht mit den tollsten, fantastischen Artbooks für die man in Deutschland ein Vermögen zahlt und muss ein animetypisches Quitschen unterdrücken. Am liebsten wäre ich auf und ab gesprungen. Ein ganzes Regal über Charakterdesign und Animation bringt mich fast zum Weinen weil ALLES IN CHINESISCH geschrieben ist- Aaaaaah!!! Wie gemein !! Schweren Herzens entscheide ich mich für nur ein extrem schön illustriertes Buch von Kuilei Wawa, denn sonst wird mein Koffer einfach zu schwer **schluchz**.
Überraschenderweise traf ich neben Yuanming noch Wang, der sich nicht entgehen lassen wollten Alex’s beautiful girlfriend kennenzulernen **schmeichel ^-^ **froi**
Auf jedem der 3 Stockwerke der K-Box gibt es mietbare Räume mit kompletter Karaoke Ausrüstung (kuscheligen Sofa, Flachbildschirm, 2 Mikros) und in der Mitte ein Buffett (all you can eat) mit einem Koch, der Sachen frisch herbrutzelt. Ab und an schaut ein Kellner vorbei, bringt neue Getränke und räumt ab. Alles eine feine Sache, aber nun das singen … Hätt er mir mal sagen können, dass Yuanming und Wang echte Karaoke Profis sind, die JEDEN Ton treffen.

„Etwas nicht tun zu können ist kein Grund es nicht zu tun“, also ab ins kalte Wasser und mit Help! von den Beatles warm werden. Mit Hotel California gings dann schon besser (eher meine Tonlage) und Yuanming suchte dauernd Duette für uns aus. Nach 2 Tsing Tao Bier singe ich sogar Backstreet Boys, Britney Spears und Bon Jovi (**saulustig**). Der absolute Kracher war Wang, der ein Duett mit sich selbst sang: Die Frauenstimme quietschig hoch und den männlichen Part übertrieben tief ** one night in Beijing** Ich war dann so motiviert, dass ich mich sogar an meine Lieblingslieder „Eyes on me“ von Faye Wong und Madonna’s „Bad Girl“ rantraute. Fast schon romantisch wurde es bei „as long as you love me“ mit mir und Yuanming als wir uns bei der Textzeile „I don’t care who you are, where you’re from “ in die Augen schauten
- das ist Völkerverständigung. ^-^


Ein sehr lustiger Abend- one perfect night in 北京.

Mittwoch, 18. Juli 2007

一千零一夜 1001 nights

Das Gewitter von letzter Nacht hat die schwül drückende Hitze vertrieben und es ist fabelhaftes Wetter. Bei dieser angenehmen Wärme läd ein Tag am See richtig ein, auch sehe ich zum ersten Mal blauen Himmel und weisse Wolken.
(vermutlich) Rest der alten Stadtmauer mit spielenden Kinderstatuetten

Der grosse Hohai See ist inmitten von Peking, war urspünglich ein Fluss, der umgegraben wurde. Ringsherum säumen viele kleine Bars das Ufers von denen die Barkeeper die Happy Hour herausschreien. Eigentlich waren wir auf dem Weg zum Gong Wangfu (Residenz des Prinzen Gong) , doch wir verplauderten uns mit der Besitzerin Nancy Zheng des kleinen Minority Store, dann war der Weg etwas verworren und bis wir dann letztendlich dort waren, machte es gerade zu. Es ist eh gerade viel schöner durch den Xicheng Hutong zu laufen, mit den verwinkelten Gässchen, dutzenden Radfahren und vor allem den omnipräsenten Rikschafahrern, die nicht einsehen wollten warum wir denn hier laufen wollen.
Qi Gong
Hehe.. Rikschafahrer mit Platten

Im Aroma Café mit südamerikanischen Flair, rot-braun getupften Wänden, geschnitzten dunkelbraun Raumteilern und kleinen Buddhafiguren lässt sich richtig schön ausspannen. Auf einen kleinen Fernseher läuft Tour de France, die vermutlich in Deutschland gerade jeder ignoriert (also ob’s nicht schon seid Jahrzehnten klar ist, das die dopen …tzz).
Aroma Café

Strommast im Hutongviertel

Es dämmert, wir laufen um den See herum durch die Hutongs um uns ein Taxi Richtung Osten zu nehmen. Denn ich möchte unbeding das sagenumwobene Thousand and one nights kennenlernen. Eine arabische Gastronomiekette dich auch in Guang Zhou und Shanghai vertreten ist. Lila- blaue Glaskuppeln an der Decke, geschwungene Bögen, Pfefferminztee, Faldenbrot, eingelegte Auberginen und eine Bauchtänzerin im schicken klimper Kostümchen. Jaaaa, so lässt sich’s leben. Und als Abschluss noch Baklava und Shisha und noch mehr Bauchtänzerinnen (eigentlich waren es nur 2 die sich abgewechselt haben) – sehr schick. Naja, bis auf eins. Aus dem Augenwinkel bewegt sich etwas auf dem Boden und Tatsache! Da krabbelt eine dicke fette Kakerlake über den Boden (wenigstens nicht aus Richtung Küche) ! Ich rufe nach dem Ober und zeige auf den Boden- der macht grosse Augen und stürzt sich sofort untern den Tisch- 2 andere folgen ihn. Da ja diese Biester verdammt schnell sind, ist es ihnen dauernd untern dem Taschentuch rausgeflitzt. Irgendwann haben die anderen beiden Kellner sich an die Bar gestellt und einfach nur ihren Kollegen beobachtet wie er sie jagt. Nur allein das Schauspiel war’s wert zu kommen. Natürlich hat er sie letztendlich gefangen und weggebracht. Im nachhinein hätten wir echt unsere Rechnung noch drücken können, wir waren nämlich die einzigen die’s gesehen haben. So lecker wie das Essen war, danach ging’s mir nicht wirklich gut- ob’s mit dem Krabbeltierchen zusammenhing, weiss ich nicht, aber dafür is(s)t man halt in China.
 
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